Steueroase USA

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NÜRNBERG – Gerade in der Informationstechnologie sind Fachkräfte händeringend gesucht. Unternehmen verlieren bereits spürbar Umsätze, weil ihnen das Personal fehlt, wie erst kürzlich aus den mittelfränkischen Betrieben der Branche zu hören war. Das Jammern ist groß. Wie man durch Handeln effektiv an das Problem her- angehen kann, zeigt ganz aktuell Apple. Der amerikanische Konzern hat einen Lehrplan entwickelt, der in Europa jetzt an 70 Hochschulen und Universitäten eingeführt wird.

Er soll Studierende in die Lage versetzen, mobile   Apps   zu schreiben, kündigte Apple-Chef Tim Cook an. Damit wolle man die Studenten mit den nötigen Fähigkeiten ausstatten, damit sie in der boomenden App-Economy Karriere machen könnten.

Ah dem Programm beteiligen sich Bildungseinrichtungen in 16 Ländern Europas, darunter auch Deutschland. Nürnberg ist nicht dabei, stattdessen sind in Deutschland Schulen und Universitäten unter anderem in Karlsruhe, Düsseldorf, München und Aachen beteiligt.   Solche Initiativen sollen nicht nur  den Fachkräftemangel beheben. Sie  nutzen ganz entscheidend dem Image  des   IT-Konzerns. Gerade erst wurde   Apple in der jährlichen Umfrage der Boston Consulting Group (BCG) unter 1000 Top-Managern rund um den Globus zum innovativsten Unternehmen der Welt gekürt. Auf den Rängen folgen Google, Microsoft und Amazon.   “Ging es früher um Produkte, ste- hen heute Daten und Technologie im Fokus der Unternehmen”, sagte BCG- Deutschland-Chef Carsten Kratz kürzlich in einem Interview. Ob Firmen heute innovativ und erfolgreich seien, hänge davon ab, ob sie in der digitalen Welt die Daten, die ihnen zur Verfügung stehen, gut analysieren und nutzen Könnten.   Nach Einschätzung der Top-Manager gelingt  dies US Firmen derzeit  offenbar besser  vielen deutschen Unternehmen: Waren 2017 noch vier Deutsche Unternehmen in der top 20, gelang es diesmal keinem einzigen. Immerhin Siemens hat in dem Augen der internationalen Top-Manager in Sachen Innovationskraft einen weiter Sprung nach vorne getan. lm aktuellen Ranking konnte sich der Münchener Technologie-Konzern von Platz 45 auf Platz 21 verbessern. 

Für Aufsehen sorgte der Konzern Apple in diesen Tagen aber vor allem wegen seines gigantischen Geldtransfers ins Heimatland USA. Jahrelang hat Apple gewaltige Gewinne im Ausland gebunkert, um möghchst wenig Steuern zu zahlen. Nach jüngsten Angaben wurde so außerhalb der USA ein Geldberg von inzwischen gut 252 Mrd. Dollar angehäuft.

Steueroase USA  

   Hintergrund waren die bisher geltenden Steuergesetze der USA, nach denen amerikanische Unternehmen auf Auslandsgewinne erst dann Steuern im Heimatland bezahlen, wenn das Geld in die USA überwiesen wird. Dann wurden nach bisherigen Regelungen aber Abgaben ln Höhe von zusammen 40 Prozent fällig. Unter diesen Umständen zogen es Firmen wie Apple, Microsoft, Google oder Coca-Cola vor, das Geld jahrelang im Ausland zu lagern.

Nach der US-Steuerreform mit entsprechenden Steuersenkungen packt der iPhone-Konzern jetzt die Gelegenheit beim Schopf und bringt den Großteil seiner gewaltigen Geldreserven ins Heimatland zurück. Zusätzlich zu der damit fällig werdenden beispiellosen Steuerzahlung von 38 Mrd. Dollar (knapp 31 Mrd. €) stellte Apple massive Investitionen und neue Arbeitsplätze in den USA in Aussicht. Ein Triumph fur US-Präsident Donald Trump, der dies als Erfolg seiner Steuerpolitik verkauft. 

Apple folgt allerdings mehr noch kaufmännischen Überlegunten. Mit der Verlagerung seiner Auslandsgewinne in die USA kann Apple namlich das scheinbare Paradoxon beenden, dass der Konzern seit Anfang 2013 in den USA mehr als 100 Mrd. Dollar Schulden aufnehmen musste, um die den Aktionären versprochenen Dividenden und Aktienrückkäufe zu finanzieren, während er im Ausland auf einem Milharden-Geldberg saß. Die Zinsen für die Anleihen zu bezahlen, war günstiger, als die Steuerrate von über 35 Prozent in Kauf zu nehmen.

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